5 Gartner-Thesen zu Social Software: Facebook verdrängt E-Mail - CIO.de - Diese Überschrift ist irreführend
Unternehmen werden künftig verstärkt Social-Software-Plattformen als
Kommunikations- und Collaboration-Tools sowie als E-Mail-Ersatz nutzen.
Social-Media-Projekte scheitern jedoch, wenn sie nur von der IT
getrieben sind.
Seit dem letzten Jahr nutzen immer mehr Mitarbeiter in Unternehmen Social-Software-Plattformen wie Twitter und Facebook. In den nächsten Jahren wird auch der Einsatz dieser Plattformen zu Geschäftszwecken deutlich steigen
Eine sehr aussagekräftige Prognose, die Gartner hier zum Thema
Social Software abgibt. Ich glaube aber, daß die Überschrift Facebook
verdrängt E-Mail nur einen Aspekt von Social Software beleuchet und in
die Irre führt. Facebook ist sicher in der Außendarstellung und für
Social Media Marketing eine sehr wichtige, valide Plattform und sollte
genau dafür genutzt werden.
Für den unternehmensinternen Einsatz werden jedoch andere
Mechanismen gebraucht. Dazu zählen der Einsatz von Social Software
hinter dem Firewall für das Management vertraulicher Inhalte, für
Produktinnovation und Diskussion unternehmenssensibler Aspekte. Kein
Unternehmen wird die Entwicklung und Verbesserung neuer Produkte
draußen im offenen Netz führen (Außer man will Input vom Kunden, den
man dann aber wieder vertraulich diskutiert). Die Unternehmen werden
solche Diskussionen auf jeden Fall im Unternehmen oder zwischen
Unternehmen fördern. Der aktuelle Bericht in der Computerwoche über das Open Innovation Network von Daimler ist hier ein exzellentes Beispiel.
Für den Unternehmenseinsatz werden Social Software-Plattformen
gebraucht, die ähnlich wie Facebook, Xing oder Delicious zu bedienen
sind, die aber die wichtigsten Funktionen von Social Software wie
Bookmarking, Vernetzen, Wikis, Blogs usw. in einer Social
Software-Plattform für das Enterprise 2.0 intuitiv kombinieren. Und die
Funktionen dieser Plattform müssen nahtlos in den täglichen
Arbeitsplatz integriert sein, wie Markus Bentele, CIO von Rheinmetall,
immer wieder betont. Das bedeutet dann auch die direkte Integration in
das eingesetzte E-Mail System oder die Office-Anwendung.
Social Software muß einfach sein und die Funktionen zur Verfügung
stellen, die der Privatanwender beispielsweise von Facebook kennt. Aber
Social Software für den Unternehmenseinsatz wird sicher nicht Facebook
sein. Hier hat CIO.de wohl einer knackigen Überschrift den Vorrang
gegenüber der fachlichen Aussage und den realen
Unternehmensanforderungen gegeben.
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