In diesem Post folgt das Protokoll des Enterprise
2.0 Workshops, den Stefan,
Thorsten, Lars und ich bei der letzten Auflage der DNUG Konferenz in
Berlin durchführten. Ist nun schon ein paar Tage her, aber die
Inhalte sind beileibe nicht überholt. Im Gegenteil, vielleicht kann ich
an der einen oder anderen Stelle ein zwischenzeitliches Learning von
mir, bspw. von der Enterprise
2.0 Konferenz in Boston, einfließen lassen.
Die mehrstündige
Veranstaltung in Berlin hatte ohnehin mehr Workshop- denn
Vortrags-Charakter – mit der Besonderheit dass wir, anders als üblich,
kein Slide-Show-Karaoke machten sondern eine Diskussion zwischen und mit
den Teilnehmern moderierten. Ein Nachteil? Ja, denn hätten wir das
Karaoke gemacht (mitsamt sorgfältig auszufüllenden Bingo-Kärtchen …)
hätten wir das Protokoll noch am Veranstaltungstag abgeben können. Statt
einem (ausgedruckten) Foliensatz muss es nun ein Blogpost werden,
mitsamt allen Eigenheiten des Social Web, sprich es darf kommentiert und
verlinkt, weitergedacht und ergänzt werden.
Multimediales gibt es dennoch, zum einen die Fotos der
Flip-Charts, die wir während des Workshops erarbeiteten:
Zum anderen unseren Collaborative Writing Space bei yourworldoftext, in dem Thorsten synchron zum Workshop
Ergebnisse notierte:

Die Vorteile des von uns gewählten flexiblen Ansatzes an den Workshop
stellten sich bald heraus – genauer gesagt schon beim Abfragen der
Wünsche und Vorstellungen der Teilnehmer in der Eröffungsrunde. Anders
als von uns erwartet ergab sich kaum ein Interesse an Social Media im
engeren Sinne, und auch nicht an Technologien oder Werkzeugen. Im
Mittelpunkt stand Implementierung – d.h. die
organisatorische Umsetzung von Enterprise 2.0 – in Verbindung mit dem
Wunsch gemeinsam Vorgehensweisen, (Projekt-)phasen und geplante
Einsatzarenen zu diskutieren.
So haben wir Einsatzarenen wie PR, Marketing,
Service und Support, Vertrieb, F&E, Innovations- und
Wissensmanagement (mit der speziellen Einsatzarena Expertise
Location) gesammelt und (teilweise) die spezifischen Möglichkeiten
und Herausforderungen von Enterprise 2.0 besprochen. Die Diskussionen
haben wir zum einen durch eine Unterteilung in Prinzipien, Methoden und
Werkzeuge, zum anderen durch eine Unterteilung von Erfolgsfaktoren (und
Mißerfolgsfaktoren) strukturiert.
Ergebnisse ergaben sich aus dem gemeinsamen Brainstorming bzw. dem
moderierten Sammeln der Inputs der Teilnehmer, die hier ihre Erfahrungen
einbrachten. Als generell wichtig für den Erfolg von Enterprise
2.0 in Unternehmen wurde u.a. festgehalten:
- Experimente mit Enterprise 2.0 müssen zugelassen werden (um aus
diesen zu lernen) - manchmal muss man einfach etwas anfangen (“Just do
it”) um daraus zu lernen
- Use Cases definieren (incl. der Ziele und der Nutzenerwartung) – und
das Vorgehen definieren. Dies weniger im Sinne einer Diskussion um
einen RoI von Enterprise 2.0 Projekten (viele Aspekte sind ohnehin
schlecht zu messen) sondern mehr um (qualitative) Argumentationslinien
zu schärfen
- dennoch Metriken der Erfolgsmessung definieren und vereinbaren –
“sich messbar machen lassen” ist auch eine vertrauensbildende Maßnahme
- Risk Management (und das proaktive Vorausdenken und
in-Betracht-ziehen von Gefahren (Aufbau neuer Silos durch falsch
verstandenes Enterprise 2.0, Information Overload, unzureichende Nutzung
– 90-9-1 Problematik, Widerstände, …)
- Integration in Unternehmensprozesse und -aufbaustrukturen
- Generall Projektmanagement, sichert unmittelbar den Projekterfolg,
und mittelbar den nachhaltigen Erfolg (dauerhafte Nutzung, Erreichung
der Ziele, …)
Hierzu passen die von den Teilnehmern gesammelten Implementierungsmethoden
und -erfahrungen …
- Status Quo feststellen (vorhandene Kompetenzen, Motivationen und
Randbedingungen)
- Alternativen schaffen bzw. (ungewünschte) eliminieren
- Staffing des Implementierungsteams ist wichtig (Begeisterte und
Skeptiker; Macht- und Fachpromotoren; interne und externe)
- Coaching (mit dem Ziel Kompetenzen zu entwickeln, auch gemäß dem
train-the-Trainer Prinzip)
- Facilitation (mit dem Ziel Prozesse in Gang zu setzen,
“Selbstheilungskräfte” aktivieren, …)
- Vorbilder fördern
- …
… ebenso wie die gemeinsam diskutierten Einführungsstrategien:
… und der Umgang mit Widerständen:
- die Rolle und Aufgabe des mittleren Managements
- die Unterstellung dass Enterprise 2.0 doch nur ein Hype, und eine
Mode ist (die
Antwort)
- …
Als Ergebnis haben wir gemeinsam dann eine
(natürlich unvollständige und mit allen Nachteilen von Listen
ausgestattete) Checkliste Social Web (im Unternehmen) erarbeitet:
- Mitarbeiter und Zielgruppen beachten (Stakeholder insgesamt) –
wichtig sind Entscheider (weil wir diese sowohl im Top-Down als auch im
Up-Down-Vorgehen brauchen – als Entscheider über Budgets, Alternativen,
Anreizsysteme, wir brauchen sie auch als Vorbilder und Motivatoren, …)
- Business Case definieren
- Social Computing Guidelines formulieren
- nachhaltige Motivation ist wichtig – Anreizsysteme müssen bedacht
werden
- (Kommunikations-)Strategie erarbeiten
- Menschen müssen in bezug auf Kennen – Können – Wollen – Sollen
angeholt werden
- Management-Support einholen
- Risk Management
- und ganz wichtig: ist die getroffene Auswahl von Methoden und
Werkzeugen stimmig? Passt sie zum gegebenen Organisationskontext? Passt
sie zur bestehenden IT-(Landschaft)? Passt sie zur bestehenden
Unternehmenskultur? Und sind die Unternehmensstrukturen überhaupt
Enterprise 2.0-geeignet?
- …
Soweit zum Protokoll, Ergänzungen und Anregungen willkommen.
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In der modernen
Arbeitswelt wird die elektronische Post zunehmend von Web-2.0-Anwendungen
verdrängt werden. Zum Beispiel sei es nicht sehr effizient, Mails mit
riesigen Anhängen kreuz und quer durch das Unternehmen zu schicken. Viel
zweckmäßiger sei es, den Kollegen und Geschäftspartnern Dokumente auf
Cloud-Plattformen oder in sozialen Netzen zur Verfügung zu stellen.
So zitiert Markus Strehlitz in
seinem Bericht von der DNUG 2010 in der Computerwoche Chris Crummey und
titelt "IBM sieht das Ende der E-Mail" und "E-Mail ist etwas für alte
Menschen". Nun denke ich sehr intensiv über beide Aussagen nach, über
mein Alter und das Ende von E-Mail. Markus - oder der Titeltexter der
Computerwoche - hat es sehr zugespitzt formuliert. Wir sehen aus meiner
Warte nicht das Ende der E-Mail. Wir sehen sicher aber, daß E-Mail durch
neue Technologien - von Social Software bis Cloud-basierter
Collaboration - ergänzt und partiell ersetzt wird. Das ist sicher nicht
nur richtig sondern auch notwendig.
Und zu Chris Aussage zum
Alter: Ich als Mittelaltriger nutze E-Mail noch sehr stark. Ich erinnere
mich aber auch an ein Gespräch auf der DNUG, wo eine Lotus-Kundin mir
schilderte, daß ihre Tochter tagelang nicht ihren E-Mail Posteingang
geschaut habe und so eine wichtige Nachricht liegen blieb. Kommentar der
Tochter: Schick es mir doch stattdessen auf Facebook. Da schaue ich
täglich zuerst rein. Ich denke also, Chris Aussage hat einen
wahren Kern. Die jüngere Generation nutzt mehr andere Plattformen,
soziale Netzwerke, Instant Messaging oder Twitter statt konventionelle
E-Mail. P.S. Ist eine Nachricht in Facebook nicht auch eine E-Mail, nur in einer
anderen Inbox? Oder sendet man über Twitter nicht auch eine Nachricht?
Die Herausforderung ist - wie ich es in meinem Posting zum Zerfledderphänomen dargelegt
habe -, die Übersicht über diese Kanäle zu behalten. Das gilt auch für
die berufliche Nutzung, wo es mehrere Nachrichetn- und
Informationskanäle gibt und geben wird, die man unter Kontrolle behalten
muß. Mit Hilfe von Funktionen, wie wir sie in Project Vulcan - siehe
den Bericht in der Computerwoche - planen, soll dies im
Unternehmenseinsatz möglich sein.
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Am
heutigen 8. Juni geht in Berlin die DNUG Frühjahrskonferenz, das
Treffen der deutschen Lotus-Anwender, los. Im Vorfeld hatte ich einige
Gespräche mit Kevin Cavanaugh und Ed Brill, die heute die Keynote
halten. Kevin brachte den Satz „Breaking down the walls of the
Enterprise“ in die Diskussion und seine Präsentation wird unter diesem
Motto stehen. Und ich glaube, daß dieser Satz aus vielerlei Gründen die
jetzige Situation beschreibt. Ganz banal passt er natürlich zum
Veranstaltungsort Berlin.
Deshalb habe ich ihn in „Die Mauern werden fallen“
umformuliert. Ich schreibe auch bewusst werden statt müssen,
denn ich bin der festen Überzeugung, daß diese Entwicklung nicht mehr
aufzuhalten ist. Es gibt einige Megatrends, die dazu beitragen, daß die
Unternehmensmauern fallen. Einige sind technologischer Art, einige
kultureller. In der Kombination von Kultur und Technologie entsteht aus
meiner Sicht die besondere Sprengkraft.
Trend 1: Cloud Computing wird die
bisherige IT umkrempeln. Immer mehr Lösungen wandern in die Cloud.
Vielleicht derzeit noch relevanter: Immer mehr Daten wandern in die
Cloud. Das erleben wir ganz massiv schon im privaten Umfeld. Canonical
bietet Ubuntu-Anwendern
Speicherplatz in der Cloud. Stratos
macht ein entsprechendes Angebot. Wer einen Asus Eee PC Tablet kauft,
bekommt Speicher in der Asus-Wolke. Zwar herrscht noch eine gewisse
Skepsis, seine Daten nur der Wolke anzuvertrauen, aber die Tendenz ist
eindeutig. Und Lösungen wie Dropbox bieten ja durchaus eine elegante
Mischung von lokaler und wolkiger Speicherung.
Machen sich viele Anwender
noch Gedanken, ihre Dateien in der Wolke zu speichern, so haben
doch heute fast jeder (mindestens) ein privates Webmail-Konto. Und auch
dort werden in der Regel Daten gespeichert. E-Mails und E-Mail-Anhänge.
Dienste wie Flickr sind für Fotos akzeptiert. Und es gibt eine Unzahl
von Lösungen, die privat aus der Cloud genutzt werden. Solche Services
sind unterdessen oft eine Selbstverständlichkeit, über die gar nicht
mehr nachgedacht wird.
Die Privatanwender sind gewohnt, die Cloud zu nutzen. Und dieser
Trend wird sich auch in die professionelle IT übertragen. In den
vergangenen Jahren gab es keinen wirklichen wirtschaftlichen Grund, ein
E-Mail-System zu wechseln. Entsprechende Migrationen von System A auf
System B waren immer entweder politisch motiviert oder kamen durch
Firmenzusammenschlüsse und sich daran anschließende
Standardisierungsbemühungen zustande. Jetzt, wo Webmail-Lösungen
gehostet in der Cloud verfügbar sind, gibt es zumindest mal den
Anlaß über die Kosten einer Inhouse-Lösung im Vergleich zu einer
Cloud-basierten Lösung nachzudenken. Natürlich gehen solche Überlegungen
auch an das Selbstverständnis der IT Abteilung und lösen dort
Existenzängste aus. Verlassen Server und damit auch Arbeitsplätze das
Unternehmen? Und solche Bedenken sind auch menschlich natürlich nur zu
verständlich.
Unternehmensübergreifende Zusammenarbeit – neudeutsch Kollaboration –
ist ein weiteres Thema, das durch die Cloud (auch durch IBM)
ideal adressiert werden kann. Ich kann mit meinen Kunden, Lieferanten,
Geschäftspartnern Dokumente, Daten, Termine, Projekte gemeinsam in der
Cloud bearbeiten, in einer sicheren Umgebung, jenseits der für solche
Aufgaben ungeeigneten E-Mail-Inbox. Die Liste möglicher interessanter
Lösungen lässt sich beliebig fortsetzen. Dies sind Themen, die in
meinem persönlichen Arbeitsumfeld gerade aktuell sind und wozu wir ja
auch mit Pierre Audoin Consulting aktuell eine White Paper erstellt
haben.
Trend 2: Das Thema Zusammenarbeit in der Cloud
führt mich zum zweiten Megatrend: Soziale Netzwerke
knabbern an den Mauern des herkömmlichen Unternehmens. Wir haben in den
vergangenen Jahren in Deutschland beobachten können, wie sich XING zu
einem Geschäftsnetzwerk entwickelt hat, auf dem Kontakte gehegt und
gepflegt werden. Neben der Funktion von XING als Marktplatz für neue
Jobs werden dort auch Geschäftskontakte und neue „Opportunities“
identifiziert. Das geschieht in den Diskussionsforen und -gruppen, wo
man desöfteren identifizieren kann, wer gerade welches Projekt startet
und wen man deshalb einmal anrufen könnte. LinkedIn spielt international
diese Rolle, konnte sich aber bis dato noch nicht in Deutschland
durchsetzen. Facebook ist dann doch eher noch das
private soziale Netzwerk.
Ich glaube, daß sich solche sozialen Netzwerke frei nach dem Cluetrain Manifest immer mehr auch
zu geschäftlichen Marktplätzen entwickeln werden, auf denen diskutiert,
gefeilscht und gehandelt werden wird. Im Rahmen der sozialen Netze
werden auch vermehrt professionelle Services zur Verfügung stehen, die
in der Regel nicht vom Betreiber des Netzwerkes stammen, sondern von –
der Kreis schließt sich – Anbietern aus der Cloud zur Verfügung gestellt
werden. Dies reicht dann von der Lösung für Online Meetings über
Instant Messaging und File Sharing bis hin zu professionellen
Projektmanagement-Angeboten. Das Interessante daran ist, daß quasi
private oder semiprofessionelle Netze und professionelle Cloud Offerings
zu Lösungen kombiniert werden. Dabei handelt es sich dann um eine
Lösungsarchitektur, die Services verschiedener Anbieter kombiniert,
eventuell auch mit konventionellen On Premise-Lösungen aus der
Unternehmens-IT.
Aber dies führt vom Thema Soziale Netzwerke und deren Sprengkraft
weg. Ich denke, man kann und muß den Blick auch über die sozialen
Netzwerke hinaus generell in das Web 2.0 richten. Das, was man
gemeinhin eben Web 2.0 nennt, hat den Umgang vieler Menschen mit IT
Services wie Chatten, E-Mail, aber auch in der Vernetzung und
Kommunikation mit anderen dramatisch verändert. Und diese Erfahrung aus
dem privaten Umfeld wird Einfluß auf Unternehmen, deren Kultur und
Organisation haben. Nicht nur, aber gerade die jungen Digital Natives
tragen eine neue Kultur der Kommunikation in die Unternehmen hinein und
rütteln an den Mauern der herkömmlichen Unternehmensorganisation.
Trend 3: Eng verbunden mit dem Web 2.0 sind auch
Trends zur Neu- und Umorganisation des Arbeitslebens.
Mir wurde während des Lotus
JamCamps eigentlich erst richtig klar, wie fortschrittlich ich in
der IBM arbeiten darf. So ich keine Termine und Verpflichtungen habe,
sitze ich zuhause in meinem Home Office und erledige von dort aus meine
Arbeit. Dafür ich hab alle technischen Möglichkeiten, um effizient mit
Kollegen, Kunden, Partnern oder Presse zu kommunizieren und mit ihnen
zusammenzuarbeiten, Informationen zu teilen und gemeinsam zu
bearbeiten. Übrigens hier auch wieder durchaus
unternehmensübergreifend. Das Projekt Lotus JamCamp haben wir – IBM'er,
externe Dienstleister und Kooperationspartner - über die Cloud
abgewickelt.
Aber mindestens genau so wichtig wie die Technologie ist die
Akzeptanz im Unternehmen, daß zuhause arbeiten nicht faulenzen
bedeutet. Ich habe ja schon an
anderer Stelle darüber berichtet, wie manche Führungskraft
Heimarbeit durchaus kritisch beäugt. Und Heimarbeit bedeutet sicher auch
Eigenverantwortung und Selbstdisziplin. Den Rasen kann man tagsüber
nur dann mähen, wenn keine parallelen Aufgaben, Termine oder
Telefonkonferenzen anliegen. Viele Freunde und Bekannte haben schon mit
einem gewissen Unterton bemerkt „Wie kannst Du nur zuhause arbeiten
und die Disziplin dazu aufbringen. Ich könnte das nicht.“ Ja, als
derjenige, der zuhause arbeitet, muß man sich schon auch darüber klar
sein, daß man auch dann seine Ergebnisse liefern muß. Uwe Hauck hat einmal schön
einen meiner Blogposts dazu auf Facebook kommentiert: "Auch wir
müssen endlich weg vom Arbeiten um beschäftigt und körperlich präsent
zu sein hin zum ergebnisorientierten Arbeiten." Trends und
Konzepte wie Crowdsourcing
und Coworking
tragen weiterhin dazu bei, daß an den Mauern des konventionellen
Unternehmens genagt wird. Zwar dürfte deren Einfluß noch nicht
dramatisch sein, jedoch dienen sie durchaus als Katalysator neuer Ideen
und Arbeitsformen. Und vergessen wir auch nicht die zunehmende
Globalisierung der Arbeit. Shared Service Center in Indien, auf den
Philippinen und in Osteuropa sind in vielen Unternehmen Realität.

Trend 4: Und last but not least sehe ich die Mobilisierung
der Informationen durch Smart Phones und künftig
Tablets als einen weiteren wichtigen Trend an. Auch dies hat wiederum
die technologische und kulturelle Komponente. Vor einigen Jahren haben
wir noch über die Blackberry-Junkies gelästert, die ihre Finger nicht
vom Gerät lassen konnten und ständig am E-Mails checken waren. Schauen
wir uns heute um, so sehen wir im privaten wie im beruflichen Umfeld
immer mehr Personen, die am Smart Phone kleben. 4
von 10 iPhones werden von Anwendern aus Unternehmen gekauft. Das
Bild von der DNUG Herbstkonferenz spricht für sich.
Jedoch geht es heute nicht mehr nur um E-Mails checken oder SMS
schreiben. [Nebenbei bemerkt: Kann man eigentlich mit dem Smart Phone
auch noch telefonieren? Oft habe ich den Eindruck, daß dieses
Einsatzgebiet komplett in den Hintergrund getreten ist.] Aber zurück
zur Nutzung des Smart Phones. Immer mehr Lösungen und Anwendungen
laufen auf den Smart Phones. Ob es nun der Twitter- oder
Facebook-Client im Web 2.0-Umfeld ist oder ob es um
Unternehmensanwendungen geht. Unsere aktuellen Ankündigungen auf der
DNUG zeigen nur zu deutlich, daß ein Tablet wie das iPad durchaus auch
für „seriöse“ Arbeit benutzt werden kann – und benutzt werden wird. Tablets
werden sich getrieben durch den Erfolg des iPads dramatisch ausbreiten.
Die mobilen Geräte tragen ebenfalls dazu bei, herkömmliche Strukturen
aufzubrechen und stellen die Unternehmens-IT vor neue Aufgaben. Drum
herum kommen wird man nicht. Smart Phones (und bald Tablets) sind
Realität. Man kann versuchen sie aus dem Unternehmen zu blocken. Dann
werden sie halt privat genutzt. Dann liegt das Smart Phone oder das
Tablet eben neben dem sorgfältig gesicherten und abgeschirmten
Unternehmens-PC und die Anwender verbinden sich per privater UMTS-Karte
ins weltweite Netz.
All diese 4 Trends – und es mag noch eine Vielzahl weiterer geben
und über entsprechenden Input hier würde ich mich sehr freuen – sind
neuartige Herausforderungen. Vor allem sind sie eng miteinander
verwoben, beschleunigen, ja potenzieren sich oft gegenseitig. Darin
liegt ihre spezielle Mauern erodierende Kraft.Sie stellen auch und
gerade neue Herausforderungen an die Unternehmens-IT, die ihre
Sicherheits- und Datenschutzkonzepte überdenken und überarbeiten
müssen. Auch wenn mancher Service und Server vielleicht aus dem
Rechenzentrum und Serverraum in die Cloud wandern wird, könnte gerade
im Bereich Sicherheti und Architektur genug und vor allem auch
anspruchsvolle Arbeit bleiben.

Aber natürlich ist es nicht nur eine Herausforderung an die IT.
Management und Mitarbeiter müssen diesen Trends auch gerecht werden und
mit ihnen konstruktiv umgehen können. Und das ist auch die Aufgabe der
nächsten Zeit, denn alle diese Entwicklungen sind aus meiner Sicht
unaufhaltbar auf dem Weg zum Enterprise 2.0. Auch in der DDR hat sich
das Regime lange gegen den Fall der Mauer gewehrt. Aufhalten konnten
sie ihn nicht. Die Mauerspechte
picken und brechen schon jetzt laufend Stückchen aus den
Unternehmensmauern heraus. Hört Ihr sie schon an Euer Unternehmen
klopfen?
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Dies ist der freigegebene Abstract der Keynote, die Martin Jetter auf der diesjährigen DNUG Frühjahrskonferenz am 13. Mai in Düsseldorf gehalten hat:
Über die Entfesselung des innovativen Mitarbeiters
Das Internet und viele neue Kommunikationsformen sind aus unserem Alltag kaum mehr wegzudenken. Ob XING, Twitter, YouTube oder ICQ - die Zahl der Web 2.0-Werkzeuge, die privat genutzt werden, wird langsam unübersichtlich. Doch es sind nicht nur die Jungen, die so genannten Digital-Natives, die im Web 2.0 aktiv sind. XING, Linked-in und andere Werkzeuge werden auch von meiner Generation genutzt. Der Druck, solche Werkzeuge und Funktionalitäten in Unternehmen einzusetzen, nimmt nicht nur durch die Digital-Natives zu.
Wenn vom Web 2.0 die Rede ist, spricht man auch vom „Mitmach-Web“. Die größte Herausforderung, der sich ein Unternehmen heute stellen muss, liegt darin, die Mentalität des „Mitmach-Webs“ ins Unternehmen zu übertragen, das „Mitmach-Unternehmen“ zu gestalten. Mit unseren Collaborations-Produkten schlagen wir die Brücke zwischen privater und geschäftlicher Nutzung von Web 2.0. Wir stehen mit unseren Angeboten der Lotus-Brand für den Business-Gedanken, für die Übertragung des kreativen Geistes und einer neuen Art der Zusammenarbeit in die Unternehmenswelt.
Auch die Arbeit der DNUG geschieht in diesem Geist, denn sie zeigt, was Zusammenarbeit und Kommunikation im besten Sinne bewirken kann: die Menschen bereichern, vielleicht sogar begeistern. In anderen Worten: Kommunikation und Zusammenarbeit setzen kreative Energie frei. Ganz nach dem Motto: The Innovative Enterprise: Generating Value in a Smarter World. Zu dieser Konferenz kommen Sie heute in persona zusammen, diskutieren mit und lernen von Anderen.
Doch Ihr Erfahrungsaustausch geht zwischen den Konferenzen weiter. Ein Beispiel hierfür ist eine Initiative, die wir Anfang des Jahres gestartet haben, der IBM Blue Blog. Dort finden Sie eine Vielzahl unterschiedlicher Themen und Beiträge, die zur Diskussion anregen und ich lade Sie ein, dort reinzuschauen, mit zu diskutieren und selbst als Autor Beiträge und Ideen zu platzieren.
Die Gleichung:
Kommunikation x Zusammenarbeit = Produktivität + Innovation
geht auf. Das heißt: Unternehmen arbeiten mit Hilfe von IBM Software produktiver, effizienter und flexibler. Das steigert den Wert der Arbeit und macht Unternehmen smarter. Was sich hier im Kleinen abzeichnet, ist Teil einer Bewegung, die in naher Zukunft den ganzen Planet erfassen und „smarter“ machen wird - wir nennen diese Bewegung „Smarter Planet“.
Die IBM Brands tragen hierzu fundamentale Technologien bei. Der Hauptbeitrag der Lotus Brand liegt darin, die Zusammenarbeit der Menschen smarter zu machen - und damit zum besseren Funktionieren der Welt generell beizutragen - kurz „Smarter Work“. Viele Beispiele, beispielsweise unser Innovation Jam, zeigen auf, was die neuen Tools zu leisten vermögen, um das Arbeiten smarter zu machen: die Arbeitsbeziehungen intern und extern werden intensiviert, was zu echten Entscheidungsmerkmalen führt; Produktivität und die Fähigkeit zu Veränderungen steigen; die Kosten sinken; die Beteiligung vieler generiert Ideen in Massen.
Wir erleben aber auch an anderer Stelle eine Wende: Wir sehen einen deutlichen Trend und Wunsch nach mehr Offenheit am Arbeitsplatz. Und wir sehen gerade in der jetzigen wirtschaftlichen Situation die ganz konkrete Tendenz, Ausgaben bezüglich Betriebssystem und Office-Paket einzusparen. Die Frage warum „Haste noch Vista, Baby?“ – frei nach einem sehr berühmten CeBIT-Besucher dieses Jahr – stellen sich heute immer mehr Unternehmen.
Es ist Zeit, die Verhältnisse wieder etwas zu Recht zu rücken: Nicht das Betriebsystem, nicht die Microsoft Office Versionen dürfen im Mittelpunkt stehen - sondern der Mensch, der seine Kreativität und Innovationskraft frei entfalten sollte. Dies geschieht auf Basis offener Systeme und mit Hilfe moderner Web 2.0-Technologien.
IBM steht für die Übertragung des kreativen Geistes und einer neuen Art der Zusammenarbeit in die Unternehmenswelt. IBM Lotus bietet die Werkzeuge und Plattformen, zum kreativen Austausch und zur Diskussion und ist deshalb für uns unverzichtbar auf dem Weg zu einem Smarteren Planeten.
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Die
Frühjahrstagung 2008 der DNUG in Bremen
ist zu Ende - leider. Trotz über
500 angemeldeter Besucher eine persönliche
Konferenz und genau das macht den Wert
aus. Das ist auch der Grund warum ich
jetzt schon weiß, dass ich im Herbst
unbedingt wieder dabei sein möchte, so
nach dem Motto "nach der DNUG ist
vor der DNUG". Es geht auf der
DNUG nicht um Show, es geht nicht um
Marketing-Vorträge, sondern um das, was
Lotus ausmacht: Innovative Lösungen mit
besonders viel Mehrwert für Unternehmen. Und
dabei spielen die wieder deutlich mehr
werdenden Lotus Business Partner eine enorm
wichtige Rolle: Die innovativen Lösungen
kommen von Lotus, aber sie umzusetzen und
weitere Innovation oben drauf zu setzen ist
schon seit mehr als 15 Jahren Domaine
unserer Partner. Mein persönlicher
Höhepunkt war neben den vielen persönlichen
Gesprächen mit Kunden und Partnern dann
auch nicht Lotus Mashups, das Ron Sebastian
in der Keynote vom neuen Lotus Chef Bob
Picciano live zeigte und das schon wirklich
cool war und auch nicht die wirklich
beeindruckende Roadmap von Lotus Sametime, die
Robert Ingram präsentierte, sondern Kevin
Cavanaugh's Vortrag über Notes Domino und
insbesondere die Version 8.5, von der
es seit ein paar Tagen die erste Public
Beta gibt. Da sind viele
tolle, neue Funktionen drin (mein Favorit
“Live Text” mit den Widgets in Notes kam ja
schon mit 8.0.1), aber der wirkliche
Punkt ist, dass Lotus den Designer 8.5
auf Eclipse-Basis setzt und Domino damit
wieder ganz vorn als extrem günstige
Anwendungsplattform für “Rapid Application
Development” positioniert. Warum das so wichtig
ist, hat mir kürzlich ein Gespräch
mit einem Chief Technology Officer bei einem
Unternehmen aufgezeigt, das bisher kein Notes
Domino einsetzt. Er kennt Domino von seinem
bisherigen Arbeitgeber und sagte so in etwa
“Wenn ich sehe, wie oft wir hier 70-,
80-, oder 90-Tausend Euro für Anwendungen
ausgeben, die man bei meiner bisherigen
Firma mit Notes Domino für 5000 Euro
gemacht hätte, dann Tränen mir fast
die Augen.” Kevin Cavanaugh
hat dazu heute aufgezeigt, dass man in
Zukunft mit der Notes Anwendungsentwicklung ja
nicht mehr nur innerhalb eines geschlossenen
Systems programmiert, sondern auch offene
Lösungen baut, die man als Widgets
oder anders in Mashups, in Portalen, usw.
einbinden bzw. weiterverwenden kann. Dazu kommt,
dass auch die Universitäten Notes-Entwickler
ausbilden und zertifizieren, wie es in
Deutschland zum Beispiel die Universität
Paderborn schon sehr lange macht und dass
das Potenzial in Richtung Eclipse-Entwickler noch
weit größer ist und auch an den
Universitäten so gesehen wird. Und alle
zusammen bekommen mit dem zukünftigen Domino
Designer 8.5 nun eines der anerkannt besten Werkzeuge
für Rapid Application Development. Das mag für
IT-Journalisten, die für Ihren Blog immer
auf der Suche nach was Reißerischem
sind, nicht spannend sein. Für CIOs,
die ein bisschen rechnen können, ist
das mit Sicherheit etwas extrem Spannendes.
Gut, dass man das auf der DNUG
mitbekommt. Dann bis zum 3.-5. November in Dortmund.
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