Auf der CeBIT 2010 haben wir mit Arnd Layer, Competency
Leader Web 2.0 & Social Software gesprochen, warum so viele Menschen ein
schlechtes Verhältnis zu E-Mail haben und was bereits getan wurde, um
diese Symptome zu bekämpfen. Darüber hinaus stellen wir die Frage, wie die Flut an Information bewältigt werden kann.
Unternehmen werden künftig verstärkt Social-Software-Plattformen als
Kommunikations- und Collaboration-Tools sowie als E-Mail-Ersatz nutzen.
Social-Media-Projekte scheitern jedoch, wenn sie nur von der IT
getrieben sind.
Seit dem letzten Jahr nutzen immer mehr Mitarbeiter in Unternehmen Social-Software-Plattformen wie Twitter und Facebook. In den nächsten Jahren wird auch der Einsatz dieser Plattformen zu Geschäftszwecken deutlich steigen
Eine sehr aussagekräftige Prognose, die Gartner hier zum Thema
Social Software abgibt. Ich glaube aber, daß die Überschrift Facebook
verdrängt E-Mail nur einen Aspekt von Social Software beleuchet und in
die Irre führt. Facebook ist sicher in der Außendarstellung und für
Social Media Marketing eine sehr wichtige, valide Plattform und sollte
genau dafür genutzt werden.
Für den unternehmensinternen Einsatz werden jedoch andere
Mechanismen gebraucht. Dazu zählen der Einsatz von Social Software
hinter dem Firewall für das Management vertraulicher Inhalte, für
Produktinnovation und Diskussion unternehmenssensibler Aspekte. Kein
Unternehmen wird die Entwicklung und Verbesserung neuer Produkte
draußen im offenen Netz führen (Außer man will Input vom Kunden, den
man dann aber wieder vertraulich diskutiert). Die Unternehmen werden
solche Diskussionen auf jeden Fall im Unternehmen oder zwischen
Unternehmen fördern. Der aktuelle Bericht in der Computerwoche über das Open Innovation Network von Daimler ist hier ein exzellentes Beispiel.
Für den Unternehmenseinsatz werden Social Software-Plattformen
gebraucht, die ähnlich wie Facebook, Xing oder Delicious zu bedienen
sind, die aber die wichtigsten Funktionen von Social Software wie
Bookmarking, Vernetzen, Wikis, Blogs usw. in einer Social
Software-Plattform für das Enterprise 2.0 intuitiv kombinieren. Und die
Funktionen dieser Plattform müssen nahtlos in den täglichen
Arbeitsplatz integriert sein, wie Markus Bentele, CIO von Rheinmetall,
immer wieder betont. Das bedeutet dann auch die direkte Integration in
das eingesetzte E-Mail System oder die Office-Anwendung.
Social Software muß einfach sein und die Funktionen zur Verfügung
stellen, die der Privatanwender beispielsweise von Facebook kennt. Aber
Social Software für den Unternehmenseinsatz wird sicher nicht Facebook
sein. Hier hat CIO.de wohl einer knackigen Überschrift den Vorrang
gegenüber der fachlichen Aussage und den realen
Unternehmensanforderungen gegeben.
Five years ago, IBM introduced something with the
potential to be quite revolutionary, but they saw that potential could
not be realized on its own. They melded activity-centric collaboration
into their Connections offering in order to tie a revolutionary concept
into a larger framework of social collaboration first and foremost, and
only secondarily tied it to Notes and Domino, and I think the reason
for this is now quite obvious: IBM realized that the people who really
see the value in changing the way collaboration happens in their
organization were looking at the wide variety of social software
offerings, and at all of the innovation happening in that space, and
that's where those key trend-setting customers saw the future. My
interpretation of Project Vulcan, based on what I've seen so far, is
that it is targeting that advanced vision of the future in away that
brings the full Lotus customer base along for the ride.
Vulcan fulfills what IBM wanted to do with activity-centric
collaboration by presenting users with a FaceBook-like home page
drawing on a full-range of social software technologies, aggregating
both the explicit activities and information streams that users already
know they need to know about along with the ones that they don't know
about yet but probably should be aware of. It's the social
analytics-driven aggregation that was the missing element in
activity-centric collaboration, so that's where I get the idea that
Vulcan is the logical continuation of activity-centric collaboration.
It is an evolutionary step toward completion of a revolutionary idea
that IBM showed us half a decade ago. And that's what smooth
sailing and full speed ahead are all about: being confident that the
course you're on is the right one even in a rapidly changing
marketplace, confident enough to embrace others' innovations that have
found broad acceptance in the market, while continuing to advance your
own revolutionary ideas even when customers need change to be
evolutionary.
By 2014, social
networking services will replace e-mail as the primary vehicle for
interpersonal communications for 20 percent of business users.
Greater availability of social networking services both inside and
outside the firewall, coupled with changing demographics and work
styles will lead 20 percent of users to make a social network the hub
of their business communications. During the next several years, most
companies will be building out internal social networks and/or allowing
business use of personal social network accounts. Social networking
will prove to be more effective than e-mail for certain business
activities such as status updates and expertise location.
Eine der 5 Voraussagen. Ich höre förmllich meinen Kollegen @elsua, wie er seine Story vom Leben jenseits des E-Mail Posteingangs erzählt. Die Vorhersage passt auchhervorragend zu meiner gestrigen Rede auf dem Twittwoch in München.
Weitere Voraussagen:
- Social Software wird mobil - Social Analysis wird immer wichtiger
Und: Eine Vielzahl von Projekten im Umfeld Social Software scheitert - weil Sie von der IT getrieben werden?
„Ein
Hauptgrund für den Einsatz der Social Software von IBM war es, dass wir
sie mit unseren bestehenden Anwendungen integrieren konnten“, sagt
Klaus Höling, Director IT und Group CIO von Sennheiser Electronic GmbH
& Co. KG. „Indem wir die Social Software-Lösungen direkt in die
Anwendungen integrieren, die unsere Mitarbeitern bereits nutzen, wird
eine effizientere Kommunikation ohne Umwege möglich.“
Das ist ein Zitat aus einer Pressemitteilung von IBM,
die wir unter dem Titel Social Everywhere mit IBM Lotus herausgeschickt
haben. Ich halte die Aussage von Klaus Höling für extrem relevant:
Einer der entscheidenden Erfolgskriterien von Social Software ist, daß
sie überall direkt verfügbar ist - im E-Mail-Client, im Web, in den
täglichen Anwendungen - und so ein integraler Bestandteil des
Arbeitsplatzes wird.
The network of connections that exist in any workplace -- the
communications and information flows between employees, partners, and
customers -- represent an "untapped information asset" that can be
quantified and analyzed for patterns of influence, relative importance
in the organization, and even economic value. Management can use this
data to identify key influencers or the teams that create bottlenecks,
and make changes in order to make operations more efficient, move
forward on promising new projects, or head off potential disruptions.
For companies seeking a
secure a middle ground between outright Twitter-bans and free-for-all
tweeting, the answer lies in taking a corporate e-mail approach to
social networking in the workplace. Companies need to deploy an
enterprise social networking solution-- social collaboration software
developed specifically for business--that is managed by their IT
departments. And we're seeing more and more activity surfacing that
addresses this business need for secure social collaboration.
Forbes adressiert das Thema Soziale Netze und Sicherheit am
Arbeitsplatz und für das Unternehmen. Ähnlich wie das Thema "Darf ich
private E-mails am Arbeitsplatz schreiben und empfangen" kommt auch das
Thema Soziale Netze und Social Software auf die Unternehmen zu.
Hier gilt es analog zu E-Mail ebenfalls Verhaltensweisen und Regeln
zu definieren, die verschiedene Aspekte abdecken, von
Sicherheitsaspekten bis zum Social Media-Knigge was nutze ich wann, was
darf ich, was darf ich nicht kommunizieren. Social Media und Social
Software Guidelines sind gefragt, die den konstruktiven und kreativen
Umgang mit Social Software zum Unternehmensnutzen und auch zum eigenen
Spass ermöglichen und dabei nicht Sicherheitsasapkete unberücksichtigt
lassen. Es wird ein Thema sein, das uns nicht nur im kommenden Jahr
beschäftigen wird.
Auf der DNUG in dieser Woche haben wir uns auch des Themas gewidmet. Sowohl Lars Basche als auch Thorsten Zoerner und Martin Koser
waren bei dem sehr lebhaften und interessanten Workshop dabei, auf dem
wir verschiedenste Aspekte diskutiert haben. Wir werden den Workshop
auf jeden Fall wiederholen (auf der DNUG und zu anderen Anlässen),
wahrscheinlich sogar ausbauen, um in Breite und Tiefe das Thema
behandeln zu können.
Ich musste an der Stelle natürlich die Stelle zitieren, die den
Einsatz einer Plattform für Social Software im Enterprise 2.0
empfiehlt. Mein Job (und Lotus Connections) lassen grüssen.
Hersteller
von Plattformen, wie z.B. IBM argumentieren natürlich den Vorteil der
eigenen Produkte, die eine solche Integration natürlich bereits
anbieten. Die Toolanbieter heben auf der anderen Seite die bessere
Nutzerakzeptanz von best-of-breed Tools hervor, die auf eine bestimmte
Aufgabe fokussieren und die Freiheit der Anwender (und -firmen), das
für Sie beste Tool auszuwählen.
Die alte Diskussion, die ich auch aus anderen
Software-Zusammenhängen (ECM) kenne. Ich denke, eine integrierte
Plattform mit allen relevanten Modulen hat im Unternehmen einfach
Riesenvorteile, da Anwender an einer Stelle voll integriert alles
finden. Ich persönlich merke das jeden Tag als Nutzer von externen
Tools wie Twitter, Delicious, Posterous, Blogger, Facebook, Xing usw.
auf der einen Seite und Lotus Connections mit Microblogging, Blogging,
Wiki, File Sharing, Aktivitätenmanagement, Profilen, Lesezeichen intern
auf der anderen Seite. In Connections logge ich mich einmal ein und
finde alles. Bei den externen Tools muss - trotz aller Verdrahtung, die
ich schon vorgenommen habe - mich doch immer wieder separat einloggen
und mit anderer Oberfläche und Benutzerführung arbeiten.
Mein einziger Wermutstropfen ist, dass ich mehrere Lotus Connections-Instanzen "fahre":
- die IBM-interne
- extern EULUC (die Plattform der deutschen Lotus Anwendervereinigung)
- extern den BlueBlog auf ibm.com (das auch auf Connections läuft)
Daneben nutze ich noch LotusLive, aber das ist dann eher für die Arbeit
und Koordination mit Non-IBM'ern in Projekten. A bisserl ein anderes
Einsatzgebiet.
Über das Thema
Rechtsabteilung und Social Media, wie benutze ich Social Media, was ist
(durch Unternehmensrichtlinien) verboten, wird angesichts der rasanten
Verbreitung von Facebook, Xing, Twitter und YouTube immer öfters
geschrieben. Die Experton Group
behandelt das Thema in der Oktober-Ausgabe des monatlichen Newsletters
und hat ein White Paper zu e-Policy geschrieben (das auch die Sozial
Media Guidelines der IBM behandelt). Im Newsletter schreibt die
Experton Group:
"Deshalb muss es klare
Definitionen für das Geschäftsgebaren geben, die den Mitarbeitern
entsprechend kommuniziert werden müssen, so dass sie wissen, was
erlaubt ist und was nicht und auch welche Strafen bei einer
Nichteinhaltung der Regeln auf sie zukommen."
Aber
bitte nicht wieder nur mit dem dicken Knüppel drohen. Oft habe ich den
Eindruck, dass sich mehr Gedanken darum gemacht wird, was verboten
werden sollte, statt darüber nachzudenken, wie man Social Media (und
generell elektronische Kommunikationsformen) "regelkonform" zum
Unternehmensnutzen einsetzt und Risiken sinnvoll mit vertretbarem
Aufwand minimiert. Social Media Guidelines sind notwendig, die jedem
Mitarbeiter erklären, wie er sich auf Xing, Facebook, Twitter und so
weiter verhalten sollte. Übrigens ebenso nowendig wie ein E-Mail Kodex.
Und Unternehmen sollten wissen, wie sie in "Krisensituationen"
reagieren. Der Eskalationsprozess der US Air Force gibt hier durchaus Anregungen.
Und der
Umgang mit Social Media sollte in den grösseren Zusammenhang gestellt
werden. Das grössere Bild heisst Governance, besser Governance, Risk
Management und Compliance (GRC). Und es gilt für alle Formen der
elektronischen Kommunikation, von Social Media bis zu E-Mails, und
sollte ganzheitlich behandelt werden. Ein Verhaltenskodex für alle
diese Kommunikationsformen muss definiert werden.
Tumbe Verbote werden (spätestens) im Bereich Social Media nicht weit
führen. Man mag noch glauben, die Nutzung von Sozial Media innerhalb
des Unternehmensnetzwerk verbieten und verhindern zu können, aber wie
Experton schreibt:
"Doch es ist praktisch
unmöglich und wäre naiv anzunehmen, dass die Nutzung privater Endgeräte
überwacht und verhindert werden kann."
Ein
von Vernunft getriebener und vor allem konstruktiver Umgang mit Social
Media ist gefragt, unterstützt von vernünftigem Risikomanagement, das
das Verhalten in Krisensituationen steuert.
Hier einige noch einige nützliche Links zum Thema:
Zum Lesen war sie immer offen und auch ein zumindest zeitlich limitiertes Login ohne DNUG Mitgliedschaft ist möglich. Nun ist seit kurzem die EULUC Plattform auch für Kommentierungen nicht registrierter Anwender offen.
Bisher musste man ein Login auf EULUC haben, um kommentieren zu können.
Diese vermeintliche Einschränkung ist ja so bewusst im Konzept von
Lotus Connections, der Plattform, auf der EULUC läuft, vorgesehen.
Lotus Connections, das für den Einsatz im Enterprise 2.0 entwickelt und
optimiert wurde, geht im Gegensatz zum öffentlichen Web 2.0 davon aus,
dass sich Nutzer immer identifizieren.
Nun kann man über seinen Yahoo,OpenID,Twitter oder Disqus-Account
und wohl auch komplett anonym kommentieren. Disqus macht es möglich und
wir erhoffen uns natürlich ein noch regeren und nicht nur lesenden
Informationsaustausch. Natürlich stellt sich in einem solchen Moment,
wo man "der Welt" erlaubt zu kommentieren die Frage danach, wie man
schnelle Antworten und Kommentare auf Fragen und Postings garantiert
und wie man "Fäkalpostings" verhindert beziehungsweise wieder löscht.
Auch wir haben uns diese Frage gestellt und werden dank einer Idee von Cyberjunkie und IBM Kollege Thorsten Zoerner
die folgende Lösung implementieren. Jeder Kommentar in einem der beiden
von Lotus Deutschland "betriebenen" Blogs generiert einen Eintrag im Aktivitäten-Modul
von Lotus Connections. Diese Einträge schaut sich ein aus mehreren
Personen bestehendes Team an und gewichtet die Kommentare. Sollten
Kommentare 24 Stunden lang nicht angesehen worden sein, so wird dies
per E-Mail eskaliert, so dass (hoffentlich) keine Kommentare lange
liegen bleiben.
Kommentare können dann direkt
"geschlossen" werden, wenn keine weiteren Aktionen nötig sind. Sollte
eine Antwort eines unserer Experten sinnvoll sein, so erhält dieser in Aktivitäten
eine entsprechende Aufgabe - wenn gewünscht mit E-Mail Benachrichtigung
- zugeordnet. Er kann dann gezielt beantworten und selbst kommentieren.
Auf diese Weise wollen wir sicher, dass wir zeitnah reagieren und die
richtigen Fachleute zur Beantwortung heranziehen. Und wir wollen auch
sicherstellen, dass potentielle Schmutzpostings gezielt entfernt werden.
Die
Lösung wurde von Thorsten Zoerner bereits in einer ersten Version
implementiert. Nun arbeiten wir am Fine Tuning und den Einstellungen.
Eine Superidee, die Thorsten hier hatte und die auch die besonderen Stärken der Lotus Connections-Plattform mit den integrierten Modulen Communities, Blogs, Wikis, Profile, Lesezeichen,Dateien und Aktivitäten
zeigt. Durch die integrierten Module, die eben nahtlos
zusammenarbeiten, können solche Funktionalität wie oben beschrieben
wesentlich einfacher als mit Einzellösungen realisiert werden. Und
diese Lösung demonstriert endlich auch einmal eindrucksvoll die Stärken
des Aktivitäten-Moduls von Lotus Connections, dass man ja auch
typischerweise nicht in einer Social Software-Plattform erwartet. Hier
zeigt sich aber, wie Aktivitäten-Management extrem sinnvoll genutzt
werden kann. Und im Enterprise 2.0 gibt es sicherlich eine Vielzahl
weiterer Anwendungsfälle, in denen Aktivitäten bei einer effizienten und kontrollierten Bearbeitung helfen kann.
heise berichtet über das 10-jährige Jubiläum von developerworks und nimmt auch Bezug auf die auf Lotus Connections basierenden Social Software-Funktionen: "Unter "My developerWorks"
präsentiert IBM seit diesem Jahr Social-Networking- und
Collaboration-Funktionen, mit denen sich Interessierte eine individuell
zu zusammenzustellende Startseite erstellen können, über die Nutzer
Überblick zu Technik-Updates sowie über ihre Aktivitäten und die ihrer
Kontakte erhalten."
Der englischsprachige Reviewers Guide ist ein von IBM erstelltes Dokument, dass detaillierte Übersicht aller Funktionen und Vorteile der Version 2.5 von Lotus Connections gibt. Der Guide bietet nützliche Informationen für Kunden, Interessenten, Partner und auch die Presse. Sie finden Ihn unter The Lotus Connections 2.5 Reviewer's Guide. Geschrieben wurde der 62 Seiten lange Guide von Baan Slavens, Mac Guidera, Suzanne Minassian-Livingston, und Heidi Votaw-Ambler.
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