Web 2.0 läuft nicht, titelte das CIO-Magazin im Oktober. Aber wie immer gibt es Ausnahmen.
Markus Bentele, Corporate CIO und CKO, Rheinmetall AG: "Der Erfolg sozialer Netzwerke hängt stark von der Bereitschaft jedes Einzelnen zur Kommunikation und Kooperation ab."
Markus Bentele war ernsthaft sauer. Der Corporate CIO von Rheinmetall
hatte auf einer Veranstaltung des CIO-Magazins über den Einsatz neuer,
schicker Collaboration-Tools referiert, und kurze Zeit später titelt
die Redaktion: Web 2.0 läuft nicht. "Ich habe Ihnen doch gezeigt, was
wir bei Rheinmetall
damit schon erreicht haben", echauffierte sich Bentele am Telefon und
schob auch gleich einen Beitrag im CIO-Forum "Neues Arbeiten" nach. In
dem lesenswerten Artikel erklärt er auf etwa sechs Seiten alle Vorzüge
vom Web 2.0 im Unternehmenseinsatz, bislang ungeschlagen der längste
Beitrag im CIO.de-Netzwerk.
Das freut das Herz, daß Markus Bentele hier Stellung nimmt. Der zitierte Beitrag ist hier zu finden. Hoffe mal, daß er auch am Lotus JamCamp teilnimmt. Werde ihn gleich mal kontaktieren.
Hier ist meine Präsentation vom 5. Twittwoch in München (3.
Februar), Namenskollege Thomas Pfeiffer bat mich, mal die
Lotus-Produktangebote dort vorzustellen. Gerne können wir auch mal
konkrete Kundenbeispiele besprechen.
The main challenge though remains as to whether traditional management, and all businesses for that matter, would be willing to let go that command-and-control attitude and, instead, allow their own employees to become those new leadersof today’s interconnected, distributed corporate world. I am sure most folks, at this point in time, would probably be thinking about the risks involved and how to managed them. Me, instead, would be thinking about the huge potential of how social computing is helping define the future of the workplace by co-sharing plenty of that leadership responsibility with people, who were hired for being, and acting, as professionals in the first place. I think it’s time for the corporate world to grow up and start treating their various generations at work as who they really are: people. The Social Web.
Ein sehr interessanter Blogbeitrag meines IBM Kollegen elsua
Luis Suarez zur Zukunft von Management, Zukunft des Arbeitsplatzes und
der Arbeit sowie dem Ende der Führung durch Kommando-und-Kontrolel?
Ganz sicher sind das Posting und das
YouTube-video "How Will You Manage?" (erstellt von Kronos) lesens- und
sehenswert. Und hoffentlich regen sie auch die Diskussion auf unserem
Lotus JamCamp (#LJC) an. Ich finde, dies ein guter Start und Impuls und habe es auch in die neue Lotus Jam Camp Community auf ibm.com eingestellt. Hier ist das Video:
McKinsey hat unter dem Titel Using technology to improve workforce collaboration
ein sehr interessantes Posting zu Collaboration veröffentlicht. Hier
einige Kernaussagen. Demzufolge gewinnen sogenannte Knowledge Worker
immer weiter an Bedeutung.
The
heart of what knowledge workers do on the job is collaborate, which in
the broadest terms means they interact to solve problems, serve
customers, engage with partners, and nurture new ideas. Technology and
workflow processes support knowledge worker success and are
increasingly sources of comparative differentiation.
McKinsey
sieht deutliches Verbesserungspotential für Knowledge Worker, wenn
diese gezielt die richtigen Technologien - insbesondere Web 2.0
Technologien - einsetzen. Derzeit werde noch viel Produktivität
verschwendet:
And
the sources of this waste—including poorly planned meetings,
unproductive travel time, and the rising tide of redundant e-mail
communications, just to name a few—are many and growing in
knowledge-intense industries.
McKinsey
hat eine interessante Methode entwickelt, wie Knowledge Worker
klassifiziert und ihnen Technologien zur Erfüllung ihrer Arbeit
zugewiesen wird:
1) classify workers by their workflow profile – the daily activities they do to perform their job 2) match new technologies to the workflows to extend collaboration efforts, improve effectiveness, and reduce inefficiencies
Herausgekommen sind 12 typische Formem kollaborativer Arbeit, die McKinsey hier
in interessanter Weise visualisiert. Jedem "Typ" sind typische
Workflows und Tätigkeiten zugeordnet. Und jedem Typ sind
Collaboration-und Web 2.0-Werkzeuge zugeordnet, die möglichst optimal
bei der Erfüllung der Aufgaben helfen. McKinsey verspricht hier endlich
einen methodischen Ansatz zu präsentieren, mit dem auch die Arbeit von
Knowledge Workern optimiert und bewertet werden könne:
Unfortunately,
the productivity measures for collaboration workers are fuzzy at best.
For production workers, productivity is readily measured in terms of
units of output; for transaction workers, in operations per hour. But
for knowledge workers, what might be thought of as collaboration
productivity depends on the quality and quantity of interactions
occurring.
Zumindest wird hier ein interessanter Ansatz präsentiert, der sicher in der Praxis verifiziert werden muss.
Digital Nomads. This
could well be the biggest and hardest shift that we're going to see.
The entire workforce is going to change completely. As more and more
people are connected always and anywhere (the Internet will be as
pervasive as electricity), it's going to change our perception of what
a work week looks like, how teams are formed and collaborate, and the
physical structure by which architects will build corporate offices.
The new economy is going to obliterate the cubicle culture (somewhere, Dilbert
is smiling). We're also not going to see people sitting at desks,
working at terminals and looking like a factory assembly line.
Die Aussagen über die neuen digitalen Nomaden sind aus meiner
Sicht für viele Unternehmen zukunftsweisend. Die Art der Zusammenarbeit
und Kommunikation wird sich ändern. Die "Web 2.0-Generation" lebt dies
teilweise schon. Auch wir bei IBM, die - wie ich - ja entweder im Home
Office sitzen oder meistens unterwegs sind. Die IBM Büros sehen mich
dazu vergleichsweise wenig.
Und auch ein Blick auf die anderen Trends ist sehr lohnend. Danke für den Hinweis auf dieses Posting durch Stewart Mader.
Demzufolge
dominieren E-Mail und Browser als Werkzeuge, die am häufigsten genutzt
werden. Der gemeine Anwender arbeitet noch immer primär mit E-Mail,
Textverarbeitung und Tabellenkalkulation. Der Browser und das Intranet
Portal haben an Bedeutung gewonnen und scheinen etabliert zu sein.
"Neue" Technologien wie Instant Messaging. Web Conferencing, Soziale
Netze oder auch File Sharing fallen deutlich ab, d.h. sind bei weitem
noch nicht adaptiert.
ReadWriteWeb kommentiert zum Real Time Enterprise:
For
example, a next generation email application may have its own incoming
activity stream, allowing information to be pulled out of the black
hole that we know as the inbox.
Da
muss ich natürlich an das Activity-Modul von Lotus Connections denken,
was sich ja auch in Lotus Notes einklinkt. Activities in Kombination
mit Notes zeigt auch hier den Weg. Alex Williams von ReadWriteWeb
sollte sich das mal anschauen ... Da scheint eine Bildungslücke zu
existieren. Interessant auch - so ReadWriteEnterprise -, dass die
meisten Anwender weiter Desktop Computer nutzen (keine Notebooks) und
es daneben einen starken Trend zu Smart Phones gibt.
Interessant
auch die folgende Statistik, die zeigt, dass Web 2.0 Mechanismen von
den Anwendern gewünscht werden, auch wenn das Werkzeugset noch nicht am
Arbeitsplatz etabliert ist:
Danke an Jörg Wiitkewitz und ReadWriteEnterprise für Ihre Publikationen, wodurch ich auf die Statistiken gestossen bin. Der Originalreport von Forrester kann wohl hier erworben werden. Die Überschrift des 1. Kapitel des Inhaltsverzeichnisses finde ich besonders schön. Ich bin ein Cowboy ...:
Devices Are To iWorkers As Horses Are To Cowboys
When It Comes To App Addiction, Email Reigns
Information Work = Retrieve, Read, Write, Repeat
Full Productivity Suites Are For Some iWorkers Only
Ben Schwan hat in der Wirtschaftswoche einen sehr lesenswerten Artikel zum Thema Komm
unikationsverhalten unter dem Titel "Einfach mal abschalten"
veröffentlicht. Er geht auf die Informationsflut ein, die heute auf den
normalen Benutzer einprasseln kann. Ich spreche hier bewusst von
"kann", denn ich glaube die Art, wie Informationen konsumiert werden,
ist einerseits oft noch eine Generationsfrage, andererseits eine Frage,
wer welche Medien benutzt, Typische Szenen zuhause: Meine Frau und ich
sitzen auf dem Sofa oder Balkon. Sie hat eine Zeitschrift, Kopien oder
ein Buch in der Hand, ich den Macbook auf dem Schoss. Typischer Satz: "Du hängst ja schon wieder (oder immer noch) vor der Kiste".
Sie holt sich Ihre Informationen größtenteils in gedruckter Form. Ich
beziehe meine Informationen unterdessen weitgehend über das Netz, in
hohem Maße per RSS Feeds. RSS-Feed ist ein weiteres gutes Stichwort. Vor einigen Monaten war ich mit dem Kollegen Thorsten Zoerner auf einem Termin. Dabei ging es um Online Communities und der Funktionen. Wir haben dort Lotus Connections
vorgestellt und ich habe erzählt, dass man Blogeinträge und anderen
Infos per RSS Feed abonnieren, sich im E-Mail Programm oder im News
Reader anzeigen lassen kann. Es kam von einem anwesenden Manager die
Frage: "Was sind denn RSS Feeds?" Was
will ich damit sagen: Wir sollten bei weitem nicht überschätzen, wie
weit Web 2.0 Tools und Kanäle verbreitet sind. Viele Baby Boomer (und
nicht nur die) sind noch lange nicht im Web 2.0 und man kann sich
durchaus die Frage stellen, ob sie jemals dort ankommen werden.
Überträgt man diese Beobachtung auf die Einführung von Web 2.0 Tools im
Unternehmen, auf Enterprise 2.0 Projekte, so wird deutlich,wie
sorgfältig Anwender aller Generationen an Web 2.0 Funktionen
herangeführt werden müssen. Viele leben heute immer noch maximal "in
der Inbox", im E-Mail-Postgang und sind weit von "Thinking outside the Inbox" entfernt. Und
natürlich hat Ben Schwan mit vielen seiner Aussagen absolut Recht; Es
besteht die Gefahr zum Informationsjunkie zu werden. 300 - 400 RSS
Einträge pro Tag sind einfach nicht zu konsumieren, selbst bei bestem
Quer- und Schnelllesen. Der Ausschalter an Computer, Smart Phone hat
wie schon zu Zeiten des Fernsehens seine Berechtigung. Ja, und auch der
Versuch, unterschiedliche Informationskanäle gleichzeitig zu
konsumieren, ist extrem fragwürdig. Bei einer solchen
Informationsüberreizung ist nur eine partielle Wahrnehmung von
Informationen möglich. Hier stelle ich aber fest, dass man sich
das antrainiert. Genau wie ich mir vor Jahren das Schnell- und
Querlesen angewöhnt habe (böse Zungen sprechen von oberflächlich
lesen), so beobachte ich jetzt eine selektive Wahrnehmung, wenn ich
meine Tweets oder RSS Feeds durchgehe: Der Blick für den
Informationsnugget, das mich interessiert. Und nein, ich will gar nicht
wissen, was mir vielleicht durch die Lappen geht. Doch
hier erneut Stop: Wieder sollten wir nicht vom Informationsjunkie
ausgehen und an die "normalen" Anwender - welcher Generation auch immer
- denken. In der privaten Nutzung wird er meist mit den neuen
Werkzeugen alleine gelassen und macht via "learning bei doing" seine
Fehler. Man denke nur an die Erfahrungen mit E-Mail Spam und Viren, die
viele Anwender privat leidvoll gemacht haben und wohl noch machen. Doch
auch im Beruf, wird der Umgang mit E-mail selten trainiert. Welches
Unternehmen weist seine Anwender in die Benutzung von E-Mail ein, damit
E-Mail korrekt und effizient genutzt wird? Auch E-Mail kann einen ROI haben ... Noch
dringlicher ist es, die Einführung neuer Web 2.0 Tools im Unternehmen
organisatorisch zu begleiten. Ich korrigiere mich, nicht zu begleiten
sondern zu führen. Bei Web 2.0 im Unternehmen soll(te) ein ROI
angestrebt werden. Die Einsatzgebiete gehören identifiziert, die
Anwender in der Einführung begleitet und trainiert. Bei einem
Enterprise 2.0 Projekt geht es nur sekundär um Technik, primär um
möglichst nachvollziehbaren Nutzen und Arbeitserleichterung für die
Anwender. Posting auch im IBM Blue Blog sowie auf Posterous und Blogger erschienen.
Neue Videos, die die verschiedenen Module von Lotus Connections auf Englisch erklären finden Sie hier:
1: Demo: Getting started with Profiles Let people know who you are and what you do. Find out how to connect with others and build your collaborative social network.
2: Demo: Getting started with Communities Find out how you can start a community and use it to organize and share information, connect with others, and exchange ideas.
5: Demo: Getting started with Blogs
Share your news and views. Find out how you can use a blog to make information available to the rest of your organization.
»In Europa herrscht das verbreitete Missverständnis, dass sich echte
Leistung daran messen lässt, wie viel Kilo Papier jemand produziert und
einem Kunden aushändigt«
»Diese Einstellung
behindert den Einsatz von Web 2.0-Lösungen, weil hier mehr Endprodukte
in Form von Wikis oder Blogs geliefert werden.« Iwona Petruczynik, Research Analyst bei Frost & Sullivan aus Information Week, Mittelstand: Großes Potential im Web 2.0
Cloud Computing sei in Deutschland noch nicht angekommen, so wird eine kürzlich durchgeführte Umfrage von IDC in der Computerwoche zitiert. Ein Grund dafür sei die Verwirrung der Anwenderunternehmen,
was denn eigentlich in der Cloud geboten werde. „Cloud-Anbieter müssen
informieren“, so lautet die Zwischenüberschrift in der gedruckten
Ausgabe der Computerwoche. Sicherlich eine absolut korrekte Aussage,
die gerade auch für IBM und viele IBM'er gilt, die das Thema viel zu
kompliziert in den Markt tragen, statt die bereits jetzt oder in Kürze
vorhandenen Software Services von LotusLive zu vermarkten.
Ich
habe heute morgen im Bad in den Spiegel geschaut – und zwei
Gesichter gesehen. Offensichtlich bin ich schizophren. Meine zwei
beruflichen ICH's kämpfen gegeneinander. Dr. Jekyell and Mr.
Hyde. Na ja, vielleicht doch falsches Bild, denn meine ICH's sind im
Grunde genommen beide nicht „schlecht“ oder mörderisch. Ich
bin Marketing Manager für Enterprise Content Management
(ECM)-Portfolio der IBM und seit Juli vergangenen Jahres verantworte
ich auch das Marketing für die Lotus Brand der IBM in
Deutschland. Und ein Teil meines Jobs ist die Promotion unserer Web
2.0-Angebote für Unternehmen.
ECM
verlangt Kontrolle. Das Web 2.0 ist durch Offenheit und auch
Stückchen Anarchie gekennzeichnet. >>> Zu meine ganz persönliche Psychoanalyse zwischen Web 2.0, Enterprise 2.0 und ECM im IBM Blue Blog
In
meinem Posting zur neuen Version von Lotus Notes habe ich versucht,
mit einigen Mythen rund um Lotus Notes aufzuräumen, die gerne
von geschätzten Marktbegleitern gestreut werden. Notes und
Domino sind funktional Segen, manchmal aber auch Bürde, denn an
der Diskussion rund um Notes versus Exchange entzünden sich noch
immer viele Emotionen.
Doch
der Markt nimmt unterdessen wahr, dass Lotus heute weit mehr ist als
Notes.
Individuelle Reiseplanung mit One-Stop-Shopping Erweiterte webbasierte Angebote und Services helfen Reiseveranstaltern, sich von anderen zu differenzieren und gleichzeitig Kunden enger an sich zu binden. Das gelingt, weil durch die neuen Services Reiseunternehmen ihre Kunden besser kennenlernen und damit zielgruppengerecht ansprechen können. IBM liefert dafür die nötige Portalinfrastruktur – inklusive One-Stop-Shopping auf Basis von Web-2.0-Technologie.Zur PDF-Version des Newsletters
Viele
Unternehmen knüpfen hohe Erwartungen an den Einsatz von Social
Collaboration Tools, die auch unter dem Begriff Web 2.0 bekannt sind.
Social Software bietet die Möglichkeit, durch einfache Tools wie Blogs
oder Wikis den Wissensaustausch in Unternehmen so attraktiv zu
gestalten, dass er eine lebendige Kommunikation unter großer
Beteiligung der Mitarbeiter ermöglicht.
David Faller
Die IBM Internet-Redaktion sprach mit David Faller, Web 2.0 Leader aus
dem Böblinger Research & Development Center über die Vor- und
Nachteile von Social Collaboration.
Herr Faller, was versteht man unter "Social Collaboration" und welche Vorteile hat es im geschäftlichen Alltag?
David Faller:
Ein Aspekt ist die Unterstützung der virtuellen Zusammenarbeit von
Mitarbeitern eines Unternehmens, wie wir das bisher von E-Mails oder
Telefon kennen. Dieser Aspekt wird im Zeitalter der Globalisierung
immer wichtiger, wo Experten in verschiedenen Ländern an gemeinsamen
Themen arbeiten, sich potenziell jedoch nie persönlich kennen lernen.
Auch in diesen virtuellen Teams besteht der Anspruch, gemeinsam
exzellente Ergebnisse zu liefern. Das setzt eine vertrauensvolle
Zusammenarbeit voraus. Hier kommt dann der soziale Aspekt ins Spiel,
den Social Collaboration mit sich bringt. In Zeiten, in denen
persönliche Treffen immer seltener möglich sind, müssen die sozialen
Kontakte und damit die Vertrauensbasis zwischen einzelnen Kollegen auf
andere Weise hergestellt werden. Dies kann über eine
Social-Collaboration-Plattform erfolgen.
Wie kann Social Collaboration die Zusammenarbeit produktiver machen?
David Faller:
Früher haben wir uns in sogenannten "Kaffeeecken-Meetings" wöchentlich
getroffen und uns zu verschiedenen Themen ausgetauscht. So hat man
seinen Kollegen besser kennen gelernt - nicht nur als Arbeitskollegen
sondern als "die Person hinter dem IBMer" mit ihren Werten und Idealen.
Diese Informationen bilden ein soziales Kapital, das unsere
Zusammenarbeit produktiver macht. Heute arbeiten internationale Teams
in Projektgruppen oft nur kurzfristig zusammen. Das erschwert den
Aufbau von Beziehungen. Hier zeigt sich der Mehrwert einer Social
Collaboration Plattform: dort kann ich mehr über einen Kollegen
erfahren - sofern er diese Informationen über sich zur Verfügung stellt
- beispielsweise in seinem persönlichen Blog. Diese Zusatzinformationen
tragen zum sozialen Wissen bei und helfen in der vertrauensvollen
Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg.
Es
gibt Unternehmen, die Social Collaboration auf Web 2.0 Plattformen
skeptisch sehen, weil sie befürchten, dass Mitarbeitern weniger Zeit
für ihr Kerngeschäft bleibt...
David Faller:
Diese Gefahr ist immer präsent, wenn Mitarbeiter Zugang zum Internet
haben. Wenn eine Social Plattform aber effektiv genutzt wird, kann dies
eher dazu führen, dass Mitarbeiter schneller auf Informationen
zugreifen können und dadurch produktiver sind. Wenn ich ein
persönliches Netzwerk habe, auf das ich online zugreifen kann und von
dessen Erfahrungen ich profitiere, dann macht mich das produktiver als
wenn ich – ohne die Hilfe des Netzwerks – versucht hätte, mir die
notwendigen Informationen selbst zu beschaffen oder neu zu erarbeiten.
Wissen an Kollegen weitergeben und Wissen von Kollegen aufnehmen, um
für das Unternehmenproduktiv zu sein, das ist der Sinn von Social
Networking.
Mit Lotus Connections bietet IBM
ein Social Collaboration Tool an. Welche Kunden nutzen dieses Produkt
und was ist der Mehrwert für sie?
David Faller: Die Lotus Connections Suite
basiert auf den Erfahrungen, die wir bei IBM gemacht haben. Diese
Technologien kennen viele unserer Kunden überhaupt nicht. Viele haben
allenfalls ein Unternehmensadressbuch, aber oft nur auf Papier und
nicht digital. Es ist daher sehr kompliziert, den richtigen fachlichen
Kontakt innerhalb der eigenen Firma zu finden, insbesondere wenn sich
durch Umstrukturierungen und andere Maßnahmen die Rollen von
Mitarbeitern häufiger ändern als in der Vergangenheit. Große
Unternehmen sehen einen Vorteil darin, über
Social-Collaboration-Plattformen Experten im Unternehmen leichter zu
identifizieren und schnell den richtigen fachlichen Ansprechpartner für
ein bestimmtes Thema zu finden. Und ihre Mitarbeiter haben damit die
Möglichkeit, auf eine moderne Art miteinander zusammenzuarbeiten und zu
kommunizieren. Ein wichtiger Aspekt, wenn man daran denkt, dass junge
Mitarbeiter in Unternehmen kommen, die es von Schule, Universität und
privatem Umfeld gewohnt sind mit Collaboration Tools wie Facebook,
Wikis und Blogs umzugehen.
Wo geht die Reise hin in Sachen Social Collaboration?
David Faller:
Die Reise ist noch lange nicht zu Ende. Bei vielen Themen der
Informationsbeschaffung arbeiten Mitarbeiter immer noch als
Einzelkämpfer. Das Thema "Information Overload" ist omnipräsent. Man
kann zwar davon profitieren, was andere beispielsweise über ihre Blogs
weitergeben, muss aber individuell die für einen wirklich relevanten
Informationen herausfiltern. Deshalb wird eines der Zukunftsthemen
"Kollektive Informationsbewertung" sein, das heißt, wie kann man das
Filtern relevanter Informationen automatisieren. Jeder Einzelne
innerhalb eines Netzwerks trägt durch seine persönlichen Präferenzen
und Bewertungen dazu bei für andere "Netzwerker" diese Informationen
nutzbar zu machen. Dabei werden Informationen, die von Personen
stammen, denen man einen hohen Vertrauensbonus zu einem bestimmten
Thema ausspricht, direkt weitergeleitet, während Informationen von
Personen mit einem geringer eingestuften Vertrauensbonus zunächst
gefiltert werden.
Herr Faller, wie nutzen Sie persönlich Social Collaboration Tools in Ihrem Arbeitsalltag?
David Faller:
Ich schreibe regelmäßig Blogs und habe meinen Mitarbeitern gegenüber
das Versprechen gegeben, dass ich FYI-Mails auf ein absolutes Minimum
reduziere bzw. gar nicht mehr verschicke, sondern auf meinem Blog
poste. Mein Team kennt meinen Blog und weiß, dass sie dort kommentieren
und Diskussionen führen können, auch mit Leuten außerhalb des Teams.
Einige meiner Mitarbeiter haben daraufhin eigene Blogs aufgesetzt, in
denen sie technischen Erfahrungen weiter verteilen. Präsentationen oder
Vorträge, die ich zum Thema Web 2.0 oder Social Software halte, gebe
ich über die Social Collaboration Tools weiter. In meinem Team nutzen
wir Activities,
ein weiterer Service von Lotus Connections, der dabei unterstützt, ad
hoc Arbeitsgruppen zu organisieren oder Aufgaben zu koordinieren.
Gerade in internationalen Projektteams, wo die telefonische Abstimmung
aufgrund der unterschiedlichen Zeitzonen schwierig ist, habe ich so
jederzeit einen Überblick, wo jeder mit seinen Aktionen steht und kann
direkt auf die Informationen eines Teammitglieds zugreifen.
Gibt es einen Wegweiser der aufzeigt, welches Tool für welchen Zweck am besten geeignet ist?
David Faller:
Generell würde ich sagen, Informationen, die anderen Mitarbeitern
Vorteile bringen können, sollten möglichst nicht in Teamrooms oder
ähnlichen geschlossenen Plattform versteckt sein - auch wenn es viele
Fälle geben wird, bei denen Vertraulichkeit oberste Priorität hat, und
die daher erfordern, dass die Informationen auf einer geschlossenen
Plattform liegen. Wenn ich also in einer Projektgruppe an einem
bestimmten Thema arbeite, kann ich ein Wiki aufsetzen und den
Schreibzugriff auf die Leute begrenzen, die direkt zu dieser
Arbeitsgruppe beitragen. Über die Intranetsuche können dann alle
übrigen Kollegen von den Ergebnissen dieses Teams profitieren. Blogs
für Projektteams halte ich generell für sehr sinnvoll. Sie können
beispielsweise genutzt werden, um anderen "lessons learned" zur
Verfügung zu stellen. Blogs sind nützlich, um kleine, geschlossene
Informationseinheiten zu sammeln. Wenn man große Wissensmengen
zusammentragen, strukturieren und konsolidieren muss und sich mehrere
Leute daran beteiligen, ist ein Wiki die geeignete Plattform. Und für
offene Diskussionen in großen Teams sind Communities
eine gute Alternative, weil man den Verlauf der Diskussion
überschaubar verfolgen kann, was bei E-Mail-Korrespondenzunübersichtlich ist.
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