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Humanorientiertes Denken und Handeln

Rolf Kremer |   | Tags:  aufgabenorientierung führung projektmanagement humanorientierung | Kommentare (0)  |  Besuche (188)
Die Lotusphere ist vorbei, da kann es hier auch mal wieder einen Artikel geben, der nichts damit zu tun hat. Jedenfalls nicht direkt. In der aktuellen Ausgabe von projektManagement aktuell (Mitgliederzeitschrift der GPM) steht ein interessantes Interview mit Professor Felix Brodbeck zum Thema Führungskultur. Darin geht es um die Erkenntnisse einer internationalen Studie mit dem Namen GLOBE. Im Rahmen von GLOBE haben 164 Wissenschaftler seit 1994 zusammengearbeitet, um die Unternehmenskulturen und Führungseffektivität in 62 Kulturen zu untersuchen. Dazu wurden ca. 1.700 Manager der mittleren Führungsebene befragt.

Als eine Ergebnis kam heraus, dass in Deutschland vornehmlich aufgabenorientiert geführt wird. In Anglo-amerikanischen Ländern wird dagegen eher humanorientiert geführt. Brodbeck äußert die Überzeugung, dass sich der humanorientierte Führungsstil in Zukunft auch bei uns durchsetzen wird. Als Gründe dafür sieht er insbesondere den Wegfall diverser Sicherheiten, welche die Arbeitskräfte in Deutschland haben bzw. gehabt haben.

Bei der Aufgabenorientierung "tritt die Person des Mitarbeiters in den Hintergrund. Auch diese fühlen sich im Wesentlichen der Sache verpflichtet". Dies war bisher gut möglich, da die Mitarbeiter gut abgesichert waren (z. B. durch die Sozialgesetzgebung und Arbeitnehmerschutzgesetze). Bei der Humanorientierung spielt dagegen der "Respekt vor Mitarbeitern und die unmittelbare Berücksichtigung ihrer Belange" eine wichtige Rolle. Westdeutsche Manager bilden "bei der Humanorientierung das Schlusslicht, und ehemals ostdeutsche Manager belegen den vorletzten Platz". Wissenschaftlich lässt sich mittlerweile nachweisen, dass sich dieser Führungsstil für Unternehmen rentiert. Zurzeit befinden wir uns im Wandel, da sich die Sicherheiten für die Mitarbeiter ändern. Eine Erkenntnis der GLOBE-Studie ist, dass man sich "heute unter deutschen Managern mehr Humanorientierung am Arbeitsplatz" wünscht.

Auch wenn der Bezug vielleicht etwas hinkt, aber hierzu passt eine Aussage von Mike Rhodin von der Lotusphere: Die Optimierung der Kostensenkung sei vorbei, Social Networking stellt dafür ein Innovationspotential dar. Denn gerade beim Social Networking spielt der einzelne Mensch eine stärkere Rolle als bei aufgaben- oder dokumentenorientierten Anwendungen.

Dies sind nur ein paar Auszüge aus dem Interview. Wer sich das gesamte Interview durchlesen möchte, kann sich den Beitrag auf der GPM-Seite kostenlos downloaden.

 
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Internet TV für Projektmanagement

Rolf Kremer |   | Tags:  projektmanagement internet_tv | Kommentare (0)  |  Besuche (177)
Am Wochenende fand ich in einer internen News Datenbank einen Link auf PMForum TV. Hierbei handelt es ich um teilweise kostenlose Fachbeiträge bzw. Interviews, welche auf dem PM Forum 2007 in München aufgenommen wurden. U. a. ist ein Interview mit Andreas Frick, dem Vorstandsvorsitzenden der GPM, zu den Entwicklungen im Projektmanagement veröffentlicht. In die gleiche Richtung geht ein Interview mit Gerd Kutschmann von der IBM Deutschland, der auch zu den Trends im Projektmanagement gefragt wurde. Insgesamt eine sehr interessante Seite.
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Interkulturelle Kompetenzen

Rolf Kremer |   | Tags:  personalentwicklun soziale_verantwortung interkulturell | Kommentare (0)  |  Besuche (168)
Einmal im Jahr erscheint im Dezember eine Ausgabe der Zeitschrift "Leadership in Project Management" vom Project Management Institute (PMI). Darin werden jedesmal Themen zur Verbesserung des Führungsverhaltens und -stils in Projekten behandelt. In der aktuellen Ausgabe geht es u.a. um Themen des Einflusses der Globalisierung, um soziale Verantwortung, Umweltverträglichkeit sowie Personalentwicklung.  Also alles sogenannte 'weiche' Themen im Rahmen des Projektmanagements.

Im angehenden Zeitalter der Globalisierung werden dabei interkulturelle Kompetenzen immer wichtiger. Dazu gehört zunächst einmal das Erkennen von kulturellen Unterschieden im Projektalltag. Das ist schon ziemlich schwierig, da der Projektleiter oftmals in seiner Kultur stark beheimatet ist. Folgender Vergleich beschreibt die Situtation treffend: "It's a little like asking a fish about water. The fish says, 'What water?' It doesn't see the water because it swims in it." (obige Quelle). Ähnlich ist es mit den Kulturen. Wenn man gewohnt ist in einer Kultur zu leben, werden deren Besonderheiten ofmals nicht bemerkt. Eine Unterhaltung mit Leuten, die nicht aus der Kultur stammen, kann dann erstaunliche Ergebnisse bringen. Obwohl es sich häufig um Verständigungsprobleme handelt - insbesondere wenn es sprachliche Probleme zwischen den Projektmitgliedern gibt - kann jedoch ein Mehrwert durch die unterschiedlichen Sichtweisen, insbesondere auf Alltagsgewohnheiten, erreicht werden. Eine Voraussetzung dafür ist, dass sich der Projektleiter - und auch die anderen Teammitglieder - Zeit nehmen, den anderen zu zuhören. Zeit und die Fähigkeit (richtig) zu zuhören, werden im Alltag häufig vernachlässigt. Dazu gehört auch, nachzufragen, wenn etwas nicht richtig verstanden wurde, sowohl inhaltlich als auch sprachlich. Besonders in Meetings kann es zu Verständigungsproblemen kommen. Damit der Projektleiter sicher ist, dass ihn alle inhaltlich richtig verstanden haben, bietet es sich an, anschließlich nachzufragen. Mit denjenigen, bei denen er Verständigungsprobleme erwartet, kann er nach dem Meeting nochmal persönlich sprechen. Oftmals bietet sich ein Einstieg über ein anderes Thema an, um dann den Mitarbeiter in die Richtung des gewünschten Themas zu lenken. So lässt sich relativ einfach erkennen, ob alles richtig verstanden wurde, ohne das es zu direkt erscheint. Zusätzlich kann es sinnvoll sein, am Anfang eines Projektes die wichtigsten Begriffe und deren Bedeutung im Team zu besprechen.

Neben dem Beherrschen der interkulturellen Unterschiede sollte der Projektleiter auch über Fähigkeiten der sozialen Verantwortung gegenüber seinem Projektteam verfügen. Dies sollte jedoch nicht nur vom Projektleiter sondern vom gesamten Unternehmen ausgehen. In einem Bericht, in zuvor genannter Zeitschrift, wird das Verhalten eines Unternehmens in Südamerika aufgeführt. Dieses unterstützt die Region um das Unternehmen mit wohltätigen Aktionen, wie  z. B. dem Support des lokalen Krankenhauses oder Jugend-Fußballmannschaften. Dort ist es für einen Mitarbeiter nicht nur wichtig bei einem Unternehmen beschäftigt zu sein, sondern er will stolz auf sein Unternehmen sein. So lässt sich die Arbeitsmotivation steigern und ferner leichter neue Arbeitskräfte rekrutieren. Wird ein Projektleiter in eine andere Gegend tätig, ist es daher wichtig sich mit den lokalen Gegebenheiten und der dortigen Kultur vertraut zu machen.


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